Bedeutende Orgel von 1928 bedroht!

Diskussionen rund um Orgelneubau, Orgelrestauration, Register, Technik, usw.
Holger

Beitrag von Holger » Montag 2. März 2009, 07:36

Bleibt wirklich zu hoffen, dass die Vernunft siegt und die Orgel vielleicht noch 10 Jahre schweigen muss, um dann jedoch an ihrem angestammten Platz wieder erklingen zu dürfen.

Sicher ist es ein seltener Glücksfall, wenn eine Orgel, die an anderer Stelle gering geschätzt wurde an anderer Stelle als Juwel wieder erklingen darf - Hayingen/Stuttgart Untertürkheim ist eines der wenigen geglückten Unternehmen dieser Art, das mir bekannt ist. Da hat einfach vieles gepaßt und die richtigen Leute waren zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Platz.

Zudem dürfte die Größe der bühler Orgel schon an sich ein Problem sein, diese ohne Veränderung an anderem Ort wieder aufzubauen. Siehe auch die Geschichte um die Walcker-Orgel aus dem Hans-Sachs-Haus, ein weiteres Drama dieser Art und eine Orgel aus der selben Zeit.

Hoffen wir einfach mal!

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Beitrag von Administrator » Dienstag 10. März 2009, 20:53

Hat jemand von Euch inzwischen etwas Neues erfahren? Vom Förderverein habe ich nichts mehr gehört, ebenso wurden meine Mails von dem Pfarrer Herrn Geißler zwar gelesen (lt. Lesebestätigung), eine Antwort gab es aber leider nicht. Ich werde da morgen nochmal nachhaken.

tiratutti
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Beitrag von tiratutti » Sonntag 22. März 2009, 20:55

Zuletzt geändert von tiratutti am Mittwoch 8. September 2010, 10:14, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Administrator » Freitag 3. April 2009, 11:15

Ich habe soeben mit Herrn Pfarrer Geißler aus Bühl telefoniert. Ein angenehmes und offenes Gespräch.

Darin teilte er mit mit, dass es innerhalb der Gemeinde keinerlei Fronten und Streitereien gebe und man sich des Wertes der Orgel durchaus bewußt sei.

Derzeit wartet man auf eine Entscheidung des Denkmalamtes, ob die Orgel überhaupt verkauft werden dürffte. Erst wenn diese Entscheidung steht, ist es überhaupt sinnvoll über weitere Maßnahmen zu reden. Und dann werden auch der Orgelförderverein und weitere Stellen der Kirche zu einem Gespräch zusammengeholt.


Also - momentan erstmal Ruhepause - abwarten und Tee trinken

Johannes Heyers
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Re: Bedeutete Orgel von 1928 bedroht !

Beitrag von Johannes Heyers » Sonntag 14. Juni 2009, 21:55

Liebe Mitglieder,

eine Anmerkung eines Vierseners, Organisten und ehem. Mitarbeiters der Fa. Klais, der das im Beitrag genannte Viersener Instrument von Klais (op. 547) gut kennt: es lagert nicht mehr in Ihn und wurde von uns zurückgefordert, da es nur unter der Auflage eines Wiederaufbaus, der nicht erfolgt ist, abgegeben wurde. Näheres demnächst in Kürze einer alsbald öffentlich zugänglichen Dokumentation.

Herzlich
J. Heyers

Primarius hat geschrieben:Liebe Forummitglieder,

nachstehend eine Stellungsnahme auf eine persönliche Nachricht auf einer anderen Internetplattform und eines soeben an mich gerichteten Telefonanrufes. Ich möchte noch vor der abendlichen Chorprobe der Bitte nachkommen, folgende neue, nachstehende Fragen aufgreifen, nach gegebener Aktenlage beantworten und ggf. persönlich dazu Lösungsansätze anfügen. (Doch jetzt kehrt hoffentlich bei mir auch mal etwas Ruhe ein. Ich habe ja schließlich noch einen anderen Beruf zu erfüllen.)

„Ich kann mir nach dem "Gang an die Öffentlichkeit" durch die Arbeit des Fördervereins bzw. auch die Diskussion hier und anderswo eigentlich nicht mehr vorstellen, dass die Orgelbaufirma weiterhin ein Interesse an dem Projekt in der geplanten Form (Ausschlachtung) haben wird. Ich nehme an, es ist der innovative Orgelbauer, der die erste Bestandsaufnahme mit dem provisorischen Gebläse vorgenommen hat?“

Deine Einschätzung ist richtig begründet. Um es noch besser zu konkretisieren:
Die Orgelbaufirma des erstellten Gutachtens hat ja in vielen Punkten mittlerweile umgedacht.
Was jedoch einmal in nur einem (teueren) Gutachten schriftlich verfasst wurde liegt nun mal vor.
Für jeden Orgelneubau, Orgelrenovation /-rekonstruktion, sei es auch nur eine Ausreinigung, liegen je nach Fall minimum drei oder mehrere Angebote von unterschiedlichen Orgelbaubetrieben vor. Auf dieser Basis wird eine allgemeine konsensfähige Entscheidungsfindung vielfach gut möglich sein.
Nur in Bühl sah man von weiteren unabhängigen Gutachten ab – aus bestimmten Gründen ? Bevor man grundsätzlich an ein Orgelprojekt geht, sollte es selbstverständlich sein, vorab erst einmal ein umfassendes Aktenstudium und die nötigen Recherchen zu betreiben, um dann eine Ausgangsbasis zu haben. Sicher, zugegeben sehr zeitaufwendig.
Nach 2007 konnte die für das Gutachten beauftragte Orgelfirma in der Zwischenzeit neue Einblicke an Orgeln des gleichen oder ähnlichen Systems gewinnen. Mit diesen neu gewonnenen Erkenntnissen sieht man Bühl nun in einem neuen revidierten „Licht“ :
„Madame Schwarz“ soll gegenüber den anderen gewonnenen Einblicken von vergleichbaren oder Orgeln ähnlichen Systems dagegen im Vergleich durch handwerklich soliden Aufbau unterhalb des Pfeifenwerkes gekennzeichnet sein.
Doch diese neuen Sichtweisen werden „von oben“ nicht (unbedingt) wahrgenommen oder auch andererseits „von unten“ aus nicht bekannten Gründen neu formuliert. Was den Orgelbaubetrieb und das provisorische Gebläse anbelangt, es betrifft natürlich die durchgeführte, erste Bestandsaufnahme.
Fazit: die Orgelbaufirma wird bezüglich dem Fall „Schwarz“ sicher mental mit einer (leicht) inneren Unruhe leben. Ich könnte mir gut vorstellen, daß man denn Wunsch hat, das Instrument vor Ort zu erhalten. Der Orgelbaubetrieb birgt für das gegenwärtige Prozedere „Bühl“ der endgültigen Entscheidungsfindung sicher keine große Gefahr. Doch aber das Gutachten ! Die Hauptproblematik liegt einzig und zuletzt bei den Parteien in der Marginale „Freiburg“ und „Gießen“. Weitere unabhängige Gutachten von „den“ Fachmännern auf diesem Gebiet in puncto „pneumatische Ladensysteme“ wären doch sehr zu empfehlen.

„Eine Ausplünderung solch einer seltenen großen Zwischenkriegs-Orgel nach den Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte heute noch durchzuführen, wäre wirklich kein Ruhmesblatt. Darauf könnte kein Orgelbauer stolz sein!“

Sicher, kein Orgelbauer wird darauf in heutiger Zeit stolz sein. Doch da gibt es ja noch andere Gremien, die in einer Angelegenheit mit im Boot sitzen (OSV, Orgelreferat der jeweiligen Diözese oder Landeskirche, [Denkmalbehörde je nach Instrument] und dann auch die Auftragsgeber Kirchengemeinde und vielfach der/die örtliche Kirchenmusiker/in).
Um dies auf den Fall Bühl zu übertragen:
es wäre sehr wünschenswert, wenn gewisse Personen einmal mehr „Weitsicht“ zeigen würden und in (dem) bestimmten laufenden Verfahren lernen, von „persönlichen Ideologien“ Abstand zu nehmen. Fachlich sollte man grundsätzlich auf Augenhöhe aller Beteiligten mitsprechen können, was das komplette Sachwissen im Orgelbau bezüglich Systemen, Funktionalität und Zusammenhängen en detail umfasst. Aus eigener Erfahrung und anderer Kollegen:
man muss sich in seinem Beruf ständig weiterbilden – man lernt nie aus ! Von bestimmten Personen darf dies kraft Amtes zwingend verlangt werden.
Motto sollte sein: mein Anspruch, sich jeden Tag wieder neu zu bewerben ! Auch jeder Chorleiter bewirbt sich in jeder Chorprobe neu um sein Ensembles wie auch umgekehrt.
Fragestellung an "die" gewisse(n) Person(en): schon erfolgt ?

„Weiterhin müssten die Verantwortlichen in Gießen (Pfarrei, Kantor) noch dafür sensibilisiert werden, daß das Instrument sehr wohl noch zu retten wäre und eine Ausschlachtung die Zerstörung eines bedeutenden Kulturdenkmals bedeuten würde.“

Nach Auskunft des Fördervereins wurden die Verantwortlichen in Gießen bereits schon in einem Brief im Jahr 2008 angeschrieben. Dieser war inhaltlich mit der höflichen Bitte um Abstand von dem Projekt zunehmen, verbunden. Eine Antwort aus Gießen darauf gab es an den Förderverein bis heute nicht. Doch es gab eine Reaktion darauf: eine Retourkutsche per Post „von oben“: „Sie [der Förderverein] mischen sich zum wiederholten Male in innerkirchliche Angelegenheiten ein...“. Gießen hat demnach das Orgelreferat Freiburg über den eingegangen „Bittbrief“ des Fördervereins (sicher) informiert. Die Pfarrgemeindeleitung in Bühl hat demnach leider bis heute keinen lückenlosen, umfassenden Einblick in die gesamte Aktenlage aller Briefwechsel, was die involvierten Parteien „höherer Ebene“ zum Thema Bühl betrifft - obwohl die Stadtpfarrei Bühl doch immer hin und wieder Berührungspunkte mit „oben“ hatte bzw. hat.
Es dürfte sicher jeder herauslesen können, in welchen Parteien das gegenwärtige Problem beheimatet sein dürfte: die Basis (Pfarrei, Förderverein, Fachwelt, Bürger etc.) arbeitet mit Transparenz und rödelt wie ein „brüllender Löwe“. Der bzw. die OSV agieren (wohl teils) zwischen den Stühlen, egal wie man sich verhält – es wird „oben“ nicht Recht sein. Und „oben“ laufen die eigentlichen Fäden zwischen „Baden“ und „Hessen“ zusammen.
Ein gut gemeinter Tipp zum Schluß:
es wäre sehr zur Empfehlung angeraten, wenn man sich in Hessen einmal auch auf die Lage in Bühl besinnen könnte und mit sich dort ins Gericht geht. Denn, es gibt sicher ohne Zweifel genügend anderweitige Alternativen an Pfeifenmaterial zu kommen. Dies gilt es prüfen ! Als Postscriptum einige wertvolle Hinweise.

Zum Mendelssohn-Jahr 2009 ein Zitat:

„Was betrübest du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.“ (aus Ps. 43)

An Alle winterliche Grüße und einen geruhsamen Abend

Primarius (geht jetzt dirgieren)


PS.

Stadthalle Viersen, Klais 1914-15, ca. III/50
mit Hochdruckregistern, seit 1977 ohne den Prospekt auf Lager
in der Schule Wallerfangen – Ihn

Paris, Salle Pleyel, Cavaillé-Coll 1930, ca. IV 60,
auf Lager bei Orgelbauer Jean Deloye

Paris, Theatre Pigalle, Cavaillé-Coll 1932, ca. III 55,
auf Lager bei der Manufacture Vogesienne Bernard Dargassis

Orgelzentrum Valley Dr. Lampl –
Hier könnten Sie ca. 20 deutsch-romantische Großorgeln (u.a. auch im deutsch-romantischen Stil) oder originales romantisches Pfeifenwerk günstigst bekommen.

Holger

Beitrag von Holger » Montag 15. Juni 2009, 10:50

Nicht einmal eine Tagesreise entfernt von Bühl, das Kinzigtal Stromaufwärts, dann die Schiltach noch ein Stück bergauf und man gelangt in einen Ort namens Schramberg, gelegen in 7 Tälern.

Sicher sehr bekannt in der Orgelwelt wegen seiner von Eberhard Friedrich Walcker erbauten Orgel in St. Maria. Vielleicht etwas weniger bekannt, dass dort noch ein weiterer Orgelschatz vorhanden ist: das durch die Firma Späth in Ennetach im Jahre 1925 in die Heilig-Geist-Kirche gebaute 2-manualige Instrument mit 35 Registern.

Sicher nur die kleine Cousine der Orgel in Bühl aber dennoch der Vorteil, dass dieses Instrument bereits einer Restaurierung unterzogen wurde. Und dies durch einen Orgelbaubetrieb, der das nötige Feingefühl und die nötige Erfahrung dazu hat.

Was dabei herausgekommen ist - möchte ich hier nicht bewerten und auch nicht vorwegnehmen - fahret hin und höret selbst, auch wenn es eine andere Diözese ist!

SKB
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Schramberg

Beitrag von SKB » Sonntag 21. Juni 2009, 13:06

Eigentlich mache ich sowas nur ungern, aber:

... wem es aus welchen Gründen auch immer nicht möglich ist, nach Schramberg zu fahren, kann die beiden dortigen Instrumente auch zuhause sehen und hören - auf www.youtube.com/sebastianKB sind sowohl Walcker als auch Späth vertreten.
... wem es aus welchen Gründen auch immer hingegen möglich ist, nach Schramberg zu fahren, möge sich nicht scheuen, beim dortigen KMD anzufragen (Adresse unter www.schramberger-orgelkonzerte.de) - er ist sehr nett und öffnet gerne seine Emporen!
Viele Grüße

Holger

Beitrag von Holger » Montag 22. Juni 2009, 06:38

Trotzedem danke, für die, die weit reisen müssen vielleicht ein Vorgeschmack, um doch einmal dort halt zu machen.

Natürlich dürfen die aus gleicher Zeit stammenden Instrumente in Bregenz und Dornbirn, zwar etwas weiter von Bühl weg (trotzdem einer Reise wert!) nicht vergessen werden!

Am Wochenende wieder einmal gehört und - ausgezeichnet.

Nun wenn dies nicht genug Ansporn sein dürfte, das Instrument in Bühl zu behalten und so herzurichten, dass darauf gespielt werden kann ...

Ippenstein
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Beitrag von Ippenstein » Mittwoch 5. August 2009, 00:19

Ich mag mich jetzt einmal einmischen, da ich doch ein paar Fragen habe:

1. Die große Orgel sollte also verkauft werden, weil eine kleine da ist und man das Geld braucht?

2. Warum wollte die Diözese da etwas mit aller Gewalt durchdrücken und hat sich auch von vernünftigen Argumenten nicht leiten lassen? Mit Sachverstand hat das dann wohl wenig zu tun. Was sind also die Motive?

3. Öffentlichkeit schafft alles. Durch die Öffentlichkeit ist auch die DDR untergegangen und wenn die Bühler und weiter hinaus viele wissen, um was für einen Wert es sich da handelt, haben es die offiziellen Stellen immer schwerer, sich durchzusetzen.

4. Benefiz-Konzerte, Konzerte, Konzerte. Vor der Restauration und danach.

Beste Grüße

Ippenstein

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Beitrag von Administrator » Mittwoch 5. August 2009, 15:06

Hallo Ippenstein,

erst einmal "herzlich willkommen im Forum".

Zu Deinen Fragen:

zu 1. Ja, so scheint es. Ist m.E. zwar unsinnig, aber ...
zu 3. Ist die Öffentlichkeit im Orgelbereich so stark? Ich glaube, dass die Leute sich engagieren, solange sie dabei gemütlich im Sessel sitzen können und alles bequem bleibt. Aber sich wirklich aufzuraffen, einen Brief oder ein Mail zu schreiben, Druck zu machen - das machen nur wenige. Vor allem für etwas so Antiquiertes wie eine Orgel (wie manche so denken).
4. Benefiz-Konzerte gehen aber nur, solange die Gemeinde zusammenarbeitet. Das scheint trotz mancher Beteuerungen aber nicht so zu sein. Wenn der Förderverein nicht die Genehmigung erhält, ein Konzert zu machen - wer schließt die Tür zur Kirche auf?

Es krankt in manchen Gemeinden gewaltig. Und die Relationen stimmen schon an vielen Stellen überhaupt nicht mehr. Aber vor allem ist es m.E. der Sparzwang, der die Leute verwirrt und mit Kanonen auf Spatzen schießen läßt. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Menschen nach dem Motto "Geld weg - Gehirn aus" reagieren. Als wenn man Verstand und Vernunft erst durch einwerfen einer Münze reaktivieren kann.

Holger

Beitrag von Holger » Donnerstag 6. August 2009, 06:44

Nun so lange die Orgel in Bühl steht ist noch Hoffnung.

Wer gelegentlich auf der Hompage der Pfarrei nachschaut wird feststellen, dass derzeit der Turm, der sich über dem Standort der Orgel erhebt saniert wird.

Da läuft in Richtung Orgel wohl kaum etwas, weil es ja sicher auch keinen Sinn macht innerhalb einer Baustelle eine Orgel zu sanieren.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Mauern im Laufe der Zeit niedriger werden, und endlich erkannt wird, welche Möglichkeiten sich aus der Konstellation von zwei doch sehr unterschieldichen Orgel ergeben.

Da ist ein musikalische Potential - Manche Kirchengemeinde wäre glücklich so etwas zu haben.

Nun - wie heißt es so schön - Pfarrer kommen und gehen - Orgeld bleiben (wenn mann will) bestehen.

Ippenstein
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Beitrag von Ippenstein » Samstag 8. August 2009, 12:30

In der Tat. Die Chororgel allein dürfte ja einen schrecklich neobarocken Klang haben und recht farbenarm sein. Da ist die Schwarz-Orgel ein guter Kontrast dazu.

Aber leider können das viele Leute in der Tat nicht einschätzen. Woanders werden zudem Bausünden aus den 40er und 50er Jahren erhalten, bei denen es sich keineswegs lohnt bzw. wird so lange darauf gespielt, bis auch die letzte Pfeife erstummt. In meiner Nachbarpfarrgemeinde haben wir so ein Drum, für das ich irgendwann noch den Waffenschein machen werde, um es zu erschießen. In der kleinen Kirche daneben steht eine hervorragende mechanische Steinmeyer, ein Glücksgriff. Aber den Unterschied merken die Leute nicht...

Manchmal möchte man einfach nur weinen.

Roland Eberlein
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Beitrag von Roland Eberlein » Dienstag 15. Dezember 2009, 18:18

Es gibt Neuigkeiten in der Sache Schwarz-Orgel in Bühl. Zuerst die gute Nachricht:

1. Die zuständige Denkmalsbehörde hat erklärt, daß die Orgel aus Denkmalschutzgründen unverändert erhalten bleiben muß; ein Verkauf ist nur dann zulässig, wenn sie an neuer Stelle unverändert aufgebaut wird.

Damit sollte eigentlich ein Erhalt der Orgel garantiert sein. Trotzdem gibt es noch eine schlechte Nachricht:

2. Der Pfarrgemeinderat in Bühl hat unter dem Druck des dortigen Pfarrers und mit Unterstützung des zuständigen "Orgelsachverständigen", der den Denkmalswert der Orgel bestreitet, vor einigen Tagen den Grundsatzbeschluß gefaßt, die Orgel unter Berücksichtigung der Denkmalschutzvorgaben zu verkaufen.

Die Gemeinde St. Bonifatius in Gießen trachtet weiterhin die Orgel zu erwerben und behauptet, die Vorgabe der Denkmalbehörde, die Orgel unverändert aufzustellen, erfüllen zu können, doch ist dies bisher nicht anhand von Plänen dargelegt worden. Die dort vorhandene Orgel ist jedenfalls viel kleiner. Wo auf dieser Empore Platz für raumgreifende Taschenladen mit 67 Registern inklusive einem 32'- und neun 16'-Registern sein soll, ist rätselhaft.

Es sind allerdings noch andere mögliche Kirchen im Gespräch, in denen die Orgel aufgestellt werden könnte. Der neue Referent für Orgelfragen in der Diözese Freiburg möchte - im Gegensatz zu seinem Vorgänger - das Instrument in der Diözese behalten, doch wird dieser Wunsch möglicherweise an den beschränkten Finanzen der in Frage kommenden Gemeinden scheitern.

Der Ausgang der Angelegenheit ist also immer noch völlig offen. Ob Gießen in der Lage ist, die Orgel unverändert aufzustellen, ist sehr fraglich; daher wird bei diesem Käufer die Denkmalsbehörde möglicherweise nicht mitmachen. Oder aber die Orgel kommt in eine noch zu bestimmende Kirche in der Diözese Freiburg. Möglicherweise findet sich sogar gar kein zahlungskräftiger Käufer, der die Orgel unverändert aufstellen kann. Dann wäre der Verkauf unmöglich - das wäre natürlich die beste Lösung. Denn dann bliebe die Orgel in dem Raum, für den sie intoniert wurde, erhalten und der Bühler Verein zum Erhalt der Schwarzorgel könnte für eine sachgerechte Restaurierung sorgen.

Grobgehackt
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Beitrag von Grobgehackt » Donnerstag 17. Dezember 2009, 13:39

Ich wünsche mir zu Weihnachten, dass die Gemeinde in Giessen sich für einen NEUBAU entscheidet (die Informationen im Internet halten sich zu den Plänen sehr bedeckt...) und eine grundlegende Erhaltungs-Erleuchtung für die Verantwortlichen in Bühl.
Ich kenne persönlich keinen Fall, wo eine Orgel ohne irgendeine (kleine) Änderung andernorts wiederaufgestellt werden konnte.
Daher gilt meine Unterstützung dem Bühler Verein zum Erhalt der Schwarzorgel.

J.R.
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Beitrag von J.R. » Dienstag 10. August 2010, 22:04

Liebe Mitleser,

letzte Woche war ich in der Bonifatiuskirche und habe - endlich - die kleine englische Prinzessin im Chorraum kennen gelernt. Bei dieser Gelegenheit konnte ich mich einmal auf den aktuellen Sachstand bringen.

Also: Man wünscht sich nach wie vor in der Bonifatiuskirche eine "neue" - oder sollte ich mal sagen: andere Hauptorgel. Die Förster & Nicolaus wird schon seit dieser Wunsch klar ist nicht mehr gepflegt, wohl notdürftig verrichtet sie hin und wieder ihren Dienst.

Ein Neubau in adäquater Größe wurde mit ca. 800.000 EUR veranschlagt, einen Betrag, den die Gemeinde alleine kaum aufzubringen in der Lage sein wird. Daher ist man kostengünstigeren Alternativen verständlicherweise aufgeschlossen.

Die Alternative mit der Bühler Orgel steht dabei offensichtlich noch im Raum, wobei zunächst eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden solle, ob die Bühler Orgel hier überhaupt aufgebaut werden könne. Das Ergebnis dieser Studie müsse natürlich abgewartet werden, bevor man weitere Schritte in diese Richtung unternehmen könne.

Auf dem aktuellen Spendenbarometer sind mittlerweile knapp 160.000 EUR angezeigt. Ein stattlicher Betrag, wenngleich ich denke, dass da selbst für die "Bühler Lösung" noch ein paar Schippen aufgelegt werden müssen.

Das ist so das, was momentan aus der Kirche verlautet. Also eigentlich zusammengefasst: Außer der Tatsache, dass man ein anderes Instrument braucht, ist noch nichts definitiv.

Mal sehen, wenn alles klappt werde ich der Perle in den nächsten Tagen auch noch einmal einen Besuch abstatten. Vielleicht kann ich ja dann noch etwas zum Zustand schreiben...

LG
J.R.

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