Der Mohr, der seine Schuldigkeit getan hat...?

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olds
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Der Mohr, der seine Schuldigkeit getan hat...?

Beitrag von olds » Donnerstag 11. Oktober 2018, 06:07

Wie ich jetzt erfahren habe, konnte ein mir aus früheren Zeiten bekannter junger Kirchenmusiker eine sehr lohnenswerte und bedeutende hauptamtliche Stelle ergattern.

Die Stellenbesetzung ist schon etwas länger her, aber den Kontakt zu dem Mann habe ich auch schon seit einiger Zeit verloren. Ich gab seinen Namen also einmal bei einer Suchmaschine ein und staunte nicht schlecht:

Natürlich wurde die Stellenbesetzung in der regionalen Presse entsprechend gewürdigt, die beiden großen Zeitungen in der Gegend sparten vorab nicht an Lob. Allerdings fragt man sich dann schon, warum mein Orgellehrer, der ihn erst auf den Weg gebracht hat und ihn Jahre unter seinen Fittichen hatte und förderte, nirgens erwähnt ist.

Aber so ist das halt. Die Meister des Fachs bei denen man studierte und die Koryphäen, bei denen man Meisterkurse belegt hat zählen am Ende mehr als der kleine hauptamtliche Kantor, der einen Jugendlichen förderte und forderte und erst das Interesse an dem Beruf weckte.

kernspalter
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Re: Der Mohr, der seine Schuldigkeit getan hat...?

Beitrag von kernspalter » Donnerstag 11. Oktober 2018, 09:35

Der Mathe-Profi wird in seinem Lebenslauf auch eher seinen Doktorvater und die Uni, an der er studiert hat, angeben. Die Grundschule, wo er das kleine Einmaleins gelert hat, bleibt da eher außen vor.
Koryphäen, denen ich mal ein paar Tage lang bei einem Kurs zugehört habe und bei dieser Gelegenheit ein Stück vorgespielt habe, würde ich allerdings auch nicht groß erwähnen. Aber das soll jeder so halten, wie er es für richtig hält.
Mit kernspalterischen Grüßen

kjz1
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Re: Der Mohr, der seine Schuldigkeit getan hat...?

Beitrag von kjz1 » Donnerstag 11. Oktober 2018, 20:13

Das ist üblich. Ich weiss auch von einem recht bekannten (auch international tätigen) Konzertorganisten und Dozenten, der hier in der Nachbargemeinde ganz klein als Kirchenorganist angefangen hat. Und dies wird selbstverständlich in keinem CV erwähnt. Da werden natürlich nur die 'Highlights' erwähnt. Oder eine (mittlerweile verstorbene) Sopranistin, die hier ganz früh im städtischen Theater ihre Laufbahn begonnen hat.

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olds
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Re: Der Mohr, der seine Schuldigkeit getan hat...?

Beitrag von olds » Freitag 12. Oktober 2018, 07:10

Man sollte einen Beitrag wirklich nicht noch schnell nebenbei zwischen der letzten Tasse Kaffee und der Abfahrt zur Arbeit tippen.Ich habe nämlich ein Detail vergessen.

Natürlich ist der akademische Werdegang weit bedeutsamer. Die Presseberichte basteln im vorliegenden Fall allerdings eine etwas andere Realität, denn es wird sehr wohl ausfürhlich Musikunterricht beim örtlichen Kantor erwähnt. Allerdings bei dem C-Kantor in der Gemeinde zu Hause, bevor es zum Dekanatskantor ging.

Und das ist insofern beachtenswert, da betreffende Person seinerzeit nicht immer so gut über diesen Herrn gesprochen hat. Zwar stand man sich als Mitglieder der Heimatgemeinde nahe, bei musikalischen Themen und vor allem im Umfeld des Dekanatskantors wurde aber doch eher über den C-Kantor zumindest geschmunzelt.

Stationen werden also scheinbar im Verlauf einer Karriere mal mehr oder weniger wichtig. Zumindest scheint es so. Als Schüler des Dekanatskantors und als Musikstudent war diese Zeit phasenweise mal unwichtig, der Dekanantskantor stand hier als Hauptwurzel im Mittelpunkt.Jetzt, selbst Kantor an einer wichtigen Kirche geworden, werden wieder die Wurzeln in der Heimatgemeinde auf Hochglanz poliert: Unser neuer Kantor, er war ja schon als Teenager so engagiert bei den Ministranten und in der Gemeinde und der Organist in der Stadtteilkirche dort brachte ihm die ersten Schritte bei.

Naja, klappern gehört halt zum Handwerk.

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