12. ido: Lunchtimeorgeln, Johanneskirche, D-Innenstadt

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Clemens Schäfer
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12. ido: Lunchtimeorgeln, Johanneskirche, D-Innenstadt

Beitrag von Clemens Schäfer » Donnerstag 26. Oktober 2017, 14:27

allo Form,

inzwischen gehört es zur Tradition des ido, daß einige Termine der regelmäßigen Lunchtimeorgel in der Johanneskirche von Studierenden verschiedener Orgelklassen übernommen werden. So spielte am 11.10 . Judith Bothe (Klasse Prof. Jürgen Kurzawa). am 18.10. Thomas Haverkamp (Prof. Sebastian Küchler-Blessing) und am 23.10. Josef Luy (Prof. Stefan Schmidt). Einerseits ist immer wieder mit Bewunderung zu hören, auf welchem Niveau da musiziert wird. Andererseits müssen kritische Anmerkungen immer unter Berücksichtigung eben dieses Niveaus gesehen und gelesen werden.

Judith Bothe präsentierte eine grundsolide Vater-Unser-Sonate mit klarer Artikulation. Im Tempo war es mir aber doch zu behäbig. Voll überzeugend die Phantasie d-moll op. 135b von Max Reger. Die technischen Herausforderungen meisterte sie prima, die harmonischen Verwerfungen kamen gut heraus. Schade, daß der zeitliche Rahmen der Lunchtimeorgel (30 Minuten) das Spielen der Fuge nicht zuließ. Großer Beifall der rund 80 Hörer

Beim Konzert von Thomas Haverkamp konnte ich leider nicht dabei sein. Sein Programm bot neben BWV 548 (P und F als Klammer gespielt) Variationen „Ave regina caelorum“ von Hermann Schroeder, KV 617a und die Choraltoccata „Omnium Sanctorum“ (Schroeder).

Josef Luy spielte zunächst die Fantasie c-moll BWV 537. Hier eine schlüssig wirkende Agogik zu finden ist offenbar nicht ganz einfach. Vielleicht bedarf es einer soliden Selbstsicherheit, gespeist durch Erfahrung und auch ein wenig Routine. So wirkte das Stück unterschwellig aufgeregt. Statt der ausgedruckten Fuge schloß Luy das Choralvorspiel „Vor deinen Thron tret ich hiermit“ an. Es folgten BWV 641, 690, 691 und 642, so daß bei letzteren drei eine kleine Choralpartita über „Wer nur den lieben Gott läßt walten“ entstand. Am Ende stand BWV 572, Fantasie G-Dur. Das Trés vitement nahm Luy wörtlich. Das Tempo war also sehr hoch. Dennoch blieb alles klar und deutlich. So gut hört man das selten. Der Übergang ins Gravement gelang zwingend. Leider war dann das Tempo ziemlich rasch. Und es kam hinzu, daß viel zu dick registriert war. So kam die schöne Baßlinie kaum zu Geltung. Das Lentement war dann wieder schlichter; in den Schlußtakten aber griff Luy auf die Registrierung des Gravement zurück. Relativ kurzer Beifall der wieder mehr als 80 Hörer.

Gruß Clemens Schäfer

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