Saisonal

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olds
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Saisonal

Beitrag von olds » Donnerstag 23. November 2017, 17:42

Weihnachten steht vor der Tür[*]. Wie haltet ihr es mit dem Literaturspiel?

Nehmt ihr Bearbeitungen zu bekannten Chorälen und Liedern oder sucht ihr euch passende freie Literatur heraus?

Ich habe es mal eine Zeit lang für passend gefunden und als Qualitätsmerkmal angesehen, Bearbeitungen zu spielen. Meine Recherchen haben mich da nicht nur zu einigen Treffern geführt, es waren auch ein Haufen Nieten dabei.

Übetechnisch hat das natürlich seine zwei Seiten. Dem Qualitätsmerkmal "er bereitet sich auf das Fest vor" steht der Umstand entgegen, dass man viel Übezeit darauf verwendet, dass man nur punktuell einsetzbare Literatur erarbeitet hat.

Ich werde dieses Jahr dann mal wieder eine Mischung betreiben. Neben Choralbearbeitungen gibt es einiges an freien Stücken, die in meinen Ohren passend zu Weihnachtszeit sind. Unter anderem habe ich in einem Sammelband zwei leichtere Buxtehude-Toccaten wiederentdeckt (den Band habe ich seit 12 Jahren rumliegen), wo zumindest in einem Fall einem Fall der mittlere Teil durchaus als Pastorale durchgeht. In meinen Ohren zumindest.

[*] Heutzutage wohl näher an "Am Weihnachtsbaum, die Kinder flennen, der Vadder schreit die Mudder an.", als an Besinnung.

Ronald Henrici
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Re: Saisonal

Beitrag von Ronald Henrici » Freitag 16. März 2018, 21:05

Es weihnachtet sehr. man hört es immer wieder ab November in allen Ecken und Kanten mit den abgedroschenen Weihnachtsliedern, über deren Sinn man nicht mehr nachdenkt.
Warum soll ich dann auch noch als Kirchenmusiker und oder Organist mit allen Registern bei der an diesem heilig Abend mit "Oh du fröhliche" achtsimmig in die Tasten hauen und damit genau das tun, was überall in den Gassen und Straßen erklingt. Ich greife dann doch lieber zu einem freien Werk, was auch gern gehört werden kann, aber nicht als Gassenhauer auf dem Programm steht. Es gibt so viele schöne Musik in dem Metier der freien Kompositionen, die durchaus die Feierlichkeit und den Sinn des Christfestes betonen, aber nicht überall zu hören sind. da kann es auch einmal als Vorspiel auf den Heilig Abend Gottesdienst eine romantisch geprägte Improvisation zur Meditation sein, die nicht an einen Weihnachts-Gassenhauer erinnern muß.
Also: Liebe Mitmusiker, zeigt auch einmal an Weihnachten, was ihr so alles könnt ! Seid mutig und weicht einmal von dem schnulzenhaften Stil des Weihnachtsfestes ab ! Es wird euch gegönnt sein und ihr werdet erstaunt sein, wie positiv die weihnachtliche gemeinde in der überfüllten Kirche das aufnimmt ! Erfahrungen damit habe ich in meinen Leben oft damit gemacht. "Das war einmal etwas anderes als das Geplärr auf der Straße" (Zitat eines Gottesdienstbesuchers nach dem Weihnachtsgottesdienst, der extra einmal auf die Empore kam) Ähnliche Bemerkungen habe ich oft vernommen, womit ich gar nicht gerechnet hatte, daß der ein oder andere Gottesdienstbesucher auf die Orgelempore kam, um auch neugierig zu fragen, was das gelungene Orgelstück denn war.
Herrschaften, seid doch nicht so schüchtern, vom "Üblichen" gezielt abzuweichen !
Gruß
Ronald
he: Orgel spielen heißt:einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren. (Ch.M.Widor)

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