GEMA - Zwischen Kunst und Sparzwang

Informationen und Diskussionen zu allen Bereichen rund um die Orgel herum,
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olds
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Re: GEMA - Zwischen Kunst und Sparzwang

Beitrag von olds » Freitag 9. März 2018, 19:04

Jetzt mal ganz zurück "auf Start".

Worauf bezieht sich eigentlich eine Abgabe an die GEMA bei Kirchenmusik?

Die meisten Autoren der Lieder und Choräle sind ja nun schon einige Jahre tot, auch die Erschaffer der bekanntesten "Orgelliteratur" haben dürften langsam die Grenze des Urheberrechtes überschritten haben. Sind 70 Jahre, wenn ich mich nicht irre.

Bei Karg-Elert sind es jetzt z.B. bald 85 Jahre.

Oder haben die Nachfahren von Lefebure-Wely oder Lemmens tatsächlich Rechte bei der GEMA angemeldet?

Noch eine Anekdote zur GEMA:
Auf unserer Dorfkirmes sind samstagsabends tatsächlich mal zwei Herren aufgetaucht, die auf Honorarbasis für die GEMA Räume nachmessen. Die sind dann mit dem Maßband da rumgestiefelt und haben sich sehr wichtig getan. Tatsächlich scheint es da auch um Feinheiten zu gehen wie die Anzahl der m², die zwar zum Raum gehören aber nicht nutzbar sind. In unserem Fall wurde eine Theke aus Stellelementen zusätzlich im Raum installiert.
Wurde alles berechnet.... .

Ronald Henrici
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Re: GEMA - Zwischen Kunst und Sparzwang

Beitrag von Ronald Henrici » Samstag 10. März 2018, 21:48

GEMA Zahlungen gehen auch an Verlage, die die Noten drucken und an die Herausgeber der Werke, nicht nur an die Komponisten. Deshalb ist es unklar inwieweit rechte der Herausgeber an die Verlage gegeben sind und umgekehrt. Denn bei den Konzerten - besonders im Dienst des Kurorganisten in der Bayrischen Landeskirche - waren Verlag und Herausgeber der Noten zu benennen.
he: Orgel spielen heißt:einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren. (Ch.M.Widor)

kernspalter
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Re: GEMA - Zwischen Kunst und Sparzwang

Beitrag von kernspalter » Samstag 10. März 2018, 23:46

Ronald Henrici hat geschrieben:
Samstag 10. März 2018, 21:48
GEMA Zahlungen gehen auch an Verlage, die die Noten drucken und an die Herausgeber der Werke, nicht nur an die Komponisten. Deshalb ist es unklar inwieweit rechte der Herausgeber an die Verlage gegeben sind und umgekehrt. Denn bei den Konzerten - besonders im Dienst des Kurorganisten in der Bayrischen Landeskirche - waren Verlag und Herausgeber der Noten zu benennen.
Was das Urheberrecht betrifft, gibt es gesetzliche Vorschriften.
Wissenschaftliche Ausgaben älterer Werke sind urheberrechtlich geschützt. Der Schutz endet aber schon 25 Jahre nach der Veröffentlichung.
Bei Kompositionen endet der Schutz erst 70 Jahre nach dem Tod des Komponisten.

Das Urheberrecht bleibt beim Komponisten bzw. seinen Erben bzw. dem Herausgeber.

Der Verlag kann das Urheberrecht nicht kaufen, er kann aber mit dem Urheber einen Nutzungsvertrag abschließen.

Bei mir ist das so: Der Verlag, der meine Sachen drucken will, schließt mit mir einen Vertrag, dann hat er das Recht, soundsoviel Exemplare zu drucken. Irgendwann überweist er mir soundsoviel Euro, und ich bin zufrieden.
Wenn er alle Exemplare verkauft hat und nochmal welche drucken will, muß er mit mir einen neuen Vertrag abschließen.

Da ich kein GEMA-Mitglied bin, sind meine Sachen GEMA-frei, und wenn sie aufgeführt werden, kassiert weder die GEMA noch der Verlag noch ich bei irgendwem.
Mit kernspalterischen Grüßen

kernspalter
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Re: GEMA - Zwischen Kunst und Sparzwang

Beitrag von kernspalter » Dienstag 5. Juni 2018, 21:33

"Kirchenmusiker und Chöre in der katholischen Kirche können aufatmen. Der Verband der Diözesen Deutschlands hat sich mit der GEMA auf eine neue Regelung zur Vergütung relevanter Musik außerhalb von Gottesdiensten verständigt."

https://www.domradio.de/themen/kultur/2 ... t-der-gema
Mit kernspalterischen Grüßen

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Re: GEMA - Zwischen Kunst und Sparzwang

Beitrag von Administrator » Mittwoch 6. Juni 2018, 08:04

Eine gute Nachricht, die wieder für etwas Entspannung sorgt.
Es darf wieder musiziert werden :-)
Herzliche Grüße

Daniel
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